UWG verliert zwei Sitze an die CDU

 Patrick Jansen und Frank Hahnbück wechseln zu den Christdemokraten. Die UWG-Fraktionschefin findet das „nicht anständig“.

Mit einem Paukenschlag läuten zwei Ratsvertreter der Roetgener UWG das Kommunalwahljahr ein: Patrick Jansen und  Frank Hahnbück verlassen Verein und Fraktion und schließen sich den Christdemokraten an. „Völlig vor den Kopf gestoßen“ fühlt sich UWG-Fraktionsvorsitzende Silvia Bourceau von diesem Schritt, der „wie aus dem Nichts“ gekommen sei. Erst am Samstag habe sie von dem Wechsel erfahren, der zu Wochenbeginn vollzogen wurde. Besonders ärgert sich Bourceau darüber, dass die beiden Ex-Fraktionskollegen ihre Mandate mit zur CDU nehmen. „Es wäre anständig gewesen, diese zurückzugeben. Dieses Ergebnis entspricht nicht dem Wählerwillen.“ Die UWG muss damit im Wahljahr bereits den zweiten Wechsel verkraften, nachdem Rainer Nießen bereits 2018 zur SPD gewechselt war und ebenfalls sein Mandat mitgenommen hatte. „Damals haben sich Jansen und Hahnbück noch darüber aufgeregt“, sagt Bourceau. „Aber wer zur CDU geht, hat definitiv in der UWG nichts verloren.“

CDU-Fraktionschef Michael Seidel kann eine gewisse Genugtuung nicht verbergen. „Es zeigt sich, dass Fundamentalopposition mit ständigen persönlichen Angriffen auf Verwaltung und Bürgermeister nicht jedermanns Sache ist.“ Die CDU stehe vielmehr für eine konstruktive Opposition und eine behutsame Weiterentwicklung des Ortes. „Wir stellen uns im Gegensatz zur UWG nicht auf den Standpunkt, dass man am besten einen Zaun um Roetgen ziehen sollte.“ Mit den zwei Neuzugängen haben CDU, SPD und FDP, die zwar keine Koalition bilden, jedoch oft an einem Strang ziehen, eine komfortablere Mehrheit von nun drei Stimmen im Rat.

Patrick Jansen erklärt den Wechsel am Dienstag so: „Die jüngste Diskussion im Bauausschuss über den Neubau einer Wohnanlage im Ortsteil Rott hat mir die inhaltlichen Differenzen noch einmal deutlich vor Augen geführt. Ich beobachte eine Entwicklung, die sich nicht mehr mit meinen Werten und meiner Grundhaltung deckt. Der Schritt zur CDU kommt meiner kommunalpolitischen Meinung am nächsten. Es ist mir wichtig, weiterhin eine beständige und gut ausgerichtete Politik für Roetgen zu gestalten – und da sehe ich die größte Übereinstimmung mit der CDU.“

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Foto: Andreas Gabbert