Solidaritätsaktion: Resonanz ist groß

 Zahlreiche Näherinnen sind derzeit dabei, Masken für alle Menschen in Monschau, Simmerath und Roetgen zu produzieren. Doch zunächst sind Arztpraxen und Firmen an der Reihe.

Die gemeinsame Schutzmasken-Aktion der Kommunen Simmerath, Monschau und Roetgen, die gesamte Bevölkerung mit Baumwollschutzmasken zu versorgen, ist gut angekommen. Zahlreiche Einwohner haben sich bereits bei den Rathäusern und den Organisatoren gemeldet, um eine Maske zu erhalten.

Die Kommunen weisen aber darauf hin, dass zunächst Mitarbeiter in Geschäften, Unternehmen, Arztpraxen und ähnlichen Einrichtungen Masken erhalten sollen. Erst wenn sie versorgt sind, werden die Mundschutze an alle Einwohner in den Ortschaften verteilt.

Dazu müssen auch noch tausende Masken genäht werden. Wenn es soweit ist, werden die Einwohner die Masken verpackt in Umschlägen mit weiteren beigefügten Hinweisen in ihren Briefkästen vorfinden. Eine gesonderte Anforderung ist nicht erforderlich.

 Mit einem Aufruf über das Soziale Netzwerk Facebook, Mundschutzmasken in Heimarbeit herzustellen, fing am vergangenen Freitag alles an; drei Tage später hat sich die spontane Aktion zu einer Welle der Hilfsbereitschaft entwickelt, die inzwischen die gesamte Nordeifel erfasst hat.

Auch die Region erlebt in diesen Tagen eine Vielzahl von beispielhaften Solidaritätsbekundungen, wie das soziale Miteinander in Zeiten der Coronavirus-Krise gestärkt werden kann. Die Aktion „Mundschutzmasken nähen“ ist dabei auf besonders fruchtbaren Boden gefallen. Bis Montagmittag waren es nicht weniger als rund 140 Näherinnen in den Kommunen Monschau, Roetgen und Simmerath, die nun fleißig dabei sind, in Heimarbeit Mundschutzmasken herzustellen.

„Die Solidarität ist enorm; das ist ein Riesenprojekt geworden“, sagt Eva Todzey aus Roetgen, die am Freitag den Startschuss für Aktion gab. Die gelernte Betriebswirtin folgte damit einer Idee von Dr. Christian Blau, dem Chefarzt der Inneren Medizin an der Eifelklinik Simmerath. Der Mediziner erinnerte sich, dass Eva Todzey für den letzten Osterbasar des Kindergarten eine besonders kreative Hand bei der Textilgestaltung gezeigt hatte und dann angeregt, dieses Talent auch für die Herstellung Mundschutzmasken einzusetzen.

Gesagt. Getan. Schon wenige Stunden nach dem Facebook-Aufruf waren es bereits rund 40 Mitstreiterinnen, die sich an die Arbeit machten und fleißig Schutzmasken nähten. Inzwischen wurden die Näherinnen in drei Gruppen auf die jeweiligen Eifelkommunen aufgeteilt, um die Organisation zu erleichtern. An verschiedenen Orten wurden Sammelstellen eingerichtet. Dafür wurden entsprechende Whatsapp-Gruppen eingerichtet.

Das erste Erfolgserlebnis ließ nicht lange auf sich warten. Bereits am Montag wurden die ersten 1000 hergestellten kochfesten Schutzmasken an die Eifelklinik Simmerath übergeben. Nach wie vor stehen wegen der Lieferengpässe Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen Schutzmaterialien nicht im erforderlichen Maße zur Verfügung.

https://www.aachener-nachrichten.de/lokales/eifel/in-der-eifel-naehen-etwa-140-frauen-mundschutzmasken_aid-49712053

https://www.aachener-nachrichten.de/lokales/eifel/die-resonanz-ist-gross_aid-49826391

Foto: privat