Großprojekte in Roetgen 2020

Auch im Jahr 2020 gibt es wieder eine Reihe von Projekten, die für die drei Nordeifelkommunen Monschau, Simmerath und Roetgen von besonderer Bedeutung sind. Der Bürgermeister der Gemeinde Roetgen, Jorma Klauss, schaut auf das vergangene Jahr zurück und gibt einen Überblick über die Projekte im Jahr 2020.

„Wenn man in zukünftigen Jahren auf das Roetgener Jahr 2019 zurückblickt, wird vor allem der Tornado in Erinnerung bleiben, der uns am 13. März 2019 heimgesucht hat“, sagt Bürgermeister Jorma Klauss und zeigt sich von der Hilfsbereitschaft innerhalb der Gemeinde stark beeindruckt. Die bei der Gemeinde eingegangenen Spenden seien im Dezember fast vollständig an die Betroffenen weitergeleitet worden. Im Gemeindewald würden die Folgen noch längere Zeit erkennbar bleiben. Auch der finanzielle Schaden sei beträchtlich. Deshalb habe man eine Rückstellung in Höhe von 590.000 Euro gebildet. Da der Wald in den nächsten Jahren keinen Gewinn mehr abwerfen werde, verschlechtere sich das Planergebnis allein in 2020 um 155.000 Euro.

Ebenfalls in Erinnerung werde die „sehr angemessene Würdigung“ des 75. Jahrestages der Befreiung am 12. September 2019 bleiben.

Noch nicht fertig aber sehr gut fortgeschritten sei der Glasfaserausbau in Roetgen. „Auch wenn die Bauphase wie erwartet nervig ist, bringt uns der Ausbau von ziemlich weit hinten sehr weit nach vorne“, sagt der Bürgermeister.

Für die Schulaula und Bürgersaal habe die Gemeinde aus den Landesmitteln „Gute Schule 2020“ noch im Dezember 2019 „endlich für eine hervorragende Ausstattung mit einer professionellen Licht- und Tonanlage nebst Beamer und Leinwand sorgen können. Neben dem Qualitätssprung für unsere Schule unterstützt dies auch das inzwischen wirklich anspruchsvolle Kulturprogramm, das durch die zahlreichen Vereine, Kulturkreis und Roetgen-Touristik dort angeboten wird“, sagt Klauss

In Rott habe man 2019 das Feuerwehrgerätehaus Rott erweitert und modernisiert. Damit sei man nun, was den Brandschutz anbetrifft, bestens aufgestellt. Für das Gemeinwesen in Rott sei in 2019 aber vor allem der Ausbau und die Renovierung des Saales Hütten durch den Förderverein wichtig gewesen.

„Trotzdem wir erstmalig seit 2008 mit einem planmäßig ausgeglichenen Haushalt agieren, haben wir einiges vor“, betont der Bürgermeister und nennt als erstes das Dorfinnenentwicklungskonzept (DIEK), mit dem in einem „partizipativen Prozess“ die Weichen für eine bessere Lebens- und Aufenthaltsqualität im Ortszentrum von Roetgen gestellt werden sollen. In einem ersten Schritt sei dafür bereits in 2019 ein Bebauungsplan mit Veränderungssperre auf das Ortszentrum gelegt worden. Eine wichtige Rolle werde auch die bauliche Gestaltung spielen, in der sich unter anderem die Folgenutzung des Grundstücks der ehemaligen Sparkassenfiliale widerspiegeln soll. Als Zwischennutzung sei für das Frühjahr die Einrichtung eines kleinen „Coworking-Spaces“ im Sparkassen-Gebäude geplant. „Coworking im ländlichen Raum ist ein sehr interessanter Ansatz, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu stärken und Pendlerverkehr zu reduzieren“, sagt Klauss.

Das Thema Pendlerverkehr sei für Roetgen besonders wichtig, schließlich habe die Gemeinde eine der höchsten Pendlerquoten in Nordrhein-Westfalen. Daher müsse die Qualität des ÖPNV weiterhin gesteigert werden. Die Bürgermeister der drei Eifelkommunen Simmerath, Monschau und Roetgen hätten dafür gesorgt, dass bei den Überlegungen zur Einführung einer Regio-Tram auch der Südraum der Städteregion betrachtet wird. Schienengebundener Nahverkehr bis in die Eifel sei dabei das Ziel. Das Ergebnis der entsprechenden Machbarkeitsstudie sei in diesem Jahr zu erwarten. Parallel beschäftige sich die Gemeindeverwaltung mit der Frage, „wie wir die bestenfalls durchschnittlichen Anbindungen an den ÖPNV-Schnellverkehr mit Ortsbus und Linie 67 verbessern können“. Nahziel sei dabei die Einführung eines bedarfsgerechten auf Anforderung verkehrenden ÖPNV „im Sinne des in Monschau durchaus erfolgreichen Netliners“. Das Fernziel sei, solche Fahrzeuge autonom fahren zu lassen.

Der Busverknüpfungspunkt soll von der provisorischen Lösung an der Post zur Wanderstation verlegt werden. Zu diesem Zweck werde die Kreuzung Bundesstraße/Rosentalstraße umgebaut und mit einer Ampelanlage versehen. In diesem Jahr solle die Planung erfolgen und im kommenden Jahr umgesetzt werden, erläutert Klauss.

In Sachen Gewerbegebietserweiterung gehe es nun ebenfalls weiter. Gleiches gelte für die Entwicklung rund um den Vennhof.

Daneben bestehe die Absicht noch mehr für den Klimaschutz zu tun. „Gemeinsam mit der sehr begrüßenswerten ehrenamtlichen Initiative „Roetgen mach Watt“ beschäftigen wir uns intensiv mit der Frage, wie wir auf gemeindlichen Gebäude mehr Photovoltaik realisieren können. Ich rechne 2020 mit Ergebnissen, die dann zur Umsetzung kommen können“, erläutert der Verwaltungschef.

Auch das Thema Windkraft stehe weiterhin auf der Tagesordnung. Derzeit werde geprüft, ob aufgrund der weiterentwickelten Technik Standorte in Betracht kommen, die bisher unberücksichtigt geblieben sind. „Die Prüfung wird in 2020 abgeschlossen sein und wir werden nochmal konkret über das Thema Windkraft in Roetgen diskutieren“, verspricht Klauss.

Ein weiteres umweltpolitisches Thema, das die Gemeinde 2020 beschäftigen werde, sei der Hochwasserschutz an der Vicht. Hier sind die Gemeinde mit den bisher vorliegenden Antworten des WVER noch nicht zufrieden. Mit einer kleinen Arbeitsgruppe des Gemeinderates sei man im intensiven Austausch mit dem WVER. Für 2020 sei außerdem, eine direkte Beteiligung der Bürger vorgesehen.

Für das in den nächsten Jahren zu erschließende Baugebiet „Grepp II“ stehe in 2020 die Umsetzung des städtebaulichen Wettbewerbs an. Zielsetzung sei, kein Neubaugebiet „von der Stange“ zu entwickeln, „sondern auf Basis des Gutachtens zur Ortsgestaltung etwas zu schaffen, was ganz besonders gut zu Roetgen passt“.

Weitere geplante Maßnahmen seien der Bau eines weiteren Kindergartens und die Umsetzung von sozialem Wohnungsbau. „Hier wird es in 2020 aller Voraussicht nach zur Aufstellung eines Bebauungsplans für das Grundstück gegenüber der evangelischen Kirche kommen“, blickt der Bürgermeister voraus.

Die zuletzt kontrovers diskutierte Erweiterung des Seniorenzentrums werde zum Anlass genommen, über die Frage von Altenpflege und „Älter werden in Roetgen“ intensiv zu diskutieren. Ein entsprechender „Runder Tisch“ sei beschlossene Sache.

In Rott hat sich 2019 als Ergebnis des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ mit Unterstützung der Gemeinde Roetgen, der Städteregion Aachen und der FH Aachen eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich für die Weiterentwicklung des Rotter und Mulartshütter Gemeinwesens stark macht. In 2020 gebe es nun Ergebnisse: Der Gemeinderat werde seine erste Sitzung im Jahr immer im Saal Hütten abhalten, die monatliche Rotter Sprechstunden des Bürgermeisters würden in den alten Backes unter dem Saal Hütten verlegt, es gebe zukünftig Tanzkurse im Saal Hütten und es werde an der Einführung einer Dorf-App gearbeitet, zählt Klauss auf.

Der Jugendbeirat habe einen Platz für Jugendliche beantragt und einen konkreten Vorschlag für dessen Gestaltung gemacht. In 2020 sei es nun die Aufgabe der Gemeinde, in die Planung einzusteigen. Für dieses Projekt hat die Gemeinde 20.000 Euro im Haushalt eingeplant.

Der Gemeindesportverband habe gute Vorschläge zur Verwendung der Landesförderung für den Sport gemacht. „Für 2020 sind als größte Projekte der Bau der lang gewünschten Beachvolleyballanlage und die Erneuerung des Hallenbodens durch den TV Roetgen sowie die Investition in die sanitären Anlagen des Tennisclubs vorgesehen“, sagt Klauss.

Außerdem werde die Modernisierung der Verwaltung mit der Einführung eines Ratsinformationssystems vorangetrieben, der Schulhof neugestaltet und die IT-Ausstattung der Schule modernisiert.

Das Ratsinformationssystem schlägt mit laufenden Kosten von jährlich 11.000 Euro zu Buche. Für die Einführung sind 2020 noch Dienstleistungen in Höhe von 1200 Euro eingeplant, wobei allerdings auch im Jahr 2019 bereits Kosten angefallen waren. Für die Beschaffung von Endgeräten sind 14.000 Euro eingeplant.

 

https://www.aachener-nachrichten.de/lokales/eifel/roetgen/die-grossen-projekte-im-jahr-2020-in-der-gemeinde-roetgen_aid-48114813

Foto: Andreas Gabbert