Eisdiele Zammatteo ist im EDEKA Roetgen präsent

Eisdiele und Supermarkt gehen neue Wege

 

 Die Corona-Krise zwingt viele Betriebe dazu, umzudenken. In der Nordeifel setzten eine Eisdiele und ein Supermarkt jetzt auf Kooperation – und es funktioniert.

Not macht erfinderisch – auch den Inhaber der Eisdiele Zammatteo, Luca Molin-Pradel, der stolz neben seiner Eistruhe steht, die jetzt direkt im Kassenbereich des Edeka-Marktes in Roetgen zu finden ist. Joghurt, Vanille, Haselnuss, Schokolade, Erdbeere, Himbeere und Mango: Aktuell muss niemand aus der Nordeifel auf Eis der Traditionseisdiele aus Roetgen verzichten. Denn das Eis gibt es jetzt auch im Supermarkt.

Lust auf Eis

„Ich bin nicht der Typ, der abwartet“, sagt Zammatteo-Inhaber Luca Molin-Pradel. „Ich hab mich gefragt: Wie kann ich die aktuelle Situation bewältigen?“ Eis zum Abholen können Kunden zwar auch in der Eisdiele an der B258 noch erwerben, aber das macht nur rund 15 Prozent des Gesamtgeschäftes aus. Ein großer Verlust, gerade jetzt, wo die schönen Tage beginnen und die Lust auf Eis steigt. Molin-Pradel dachte nach und hatte schnell eine Idee: Warum das Eis nicht im örtlichen Supermarkt verkaufen?

Er rief beim Edeka Holland an. Dort war man zunächst skeptisch, das bestätigt auch Marktinhaber Dino Eicker-Holland. Er hatte mit loser Ware gerechnet, doch Molin-Pradel hatte bereits vorgesorgt: Becher und Etiketten waren bereits entworfen, lose sollte das Eis nicht in den Supermarkt. Mit dem Etikett in der Hand sei Molin-Pradel in den Supermarkt gekommen und habe seine Idee vom Zammatteo-Eis im Becher vorgestellt. Die Vorarbeiten überzeugten Eicker-Holland. In nur fünf Tagen wurde alles zusammengestellt, was notwendig ist: Becher in zwei unterschiedlichen Größen, Löffelchen, passende Etiketten auf denen – ganz rechtskonform – die Inhaltsstoffe, Chargennummern und das Mindesthaltbarkeitsdatum vermerkt sind.

Wie schnell es ging, zeigt besonders die von Zammatteo bereitgestellte Kühltruhe. Diese wurde am Freitag, 27. März, geliefert, am selben Tag noch foliiert und in den Laden gebracht. Am Samstag um 11 fuhr Molin-Pradel das erste Eis zum Supermarkt. Die Nachfrage war hoch. Bereits um 14 Uhr musste Molin-Pradel nachliefern. Wie ein Lauffeuer hatte sich die Ankündigung verbreitet, dass man nun im Supermarkt Zammatteo-Eis in sieben Sorten erwerben kann. „Die Truhe stand noch nicht ganz, da war die Nachfrage schon da“, erzählt Marktleiter Kevin Stollenwerk.

Goldrichtige Investition

Wie in der Eisdiele auch, setzt Molin-Pradel auch bei der Produktion von Bechern auf Nachhaltigkeit, sie sind biologisch abbaubar. Für die Löffelchen in den kleinen 160-Milliliter-Bechern gilt das leider nicht. „Die sind aus Plastik. Ich weiß nicht, wie gut abbaubare Löffel die Temperatur vertragen.“ Die Abfüllung des Eises läuft von Hand. Molin-Pradel achtet dabei genau auf den Luftgehalt des Eises, denn nur mit der richtigen Menge Luft werde das Eis schön cremig, sagt er. In vielen Industrieprodukten sei hingegen zu viel Luft. Den speziellen Aufsatz, den er braucht, um das Eis in die Becher zu bekommen, hat sich Molin-Pradel bereits vor zwei Jahren gekauft. Bisher hat er ihn aber fast nur für Messen gebraucht. Jetzt erweist sich die Investition als goldrichtig. Derzeit produziert er pro Sorte und pro Durchgang ungefähr 150 Liter.

Im Edeka-Markt kommt das Produkt gut an: „Wir sind ein Freund von Regionalität“, sagt Eicker-Holland. Der Markt strebt eine weitere Kooperation mit dem Lutz Mauder Verlag aus Rott an. Malbücher sollen im Markt verkauft werden, so der derzeitige Plan.

Luca Molin-Pradel wird in den kommenden Wochen weiter sein Eis für den Edeka-Markt produzieren: „Wenn die Maßnahmen noch länger aufrecht erhalten werden, dann lege ich Volldampf für Edeka ein“, sagt er. Und Dino Eicker-Holland hat schon die ferne Zukunft im Blick: Vielleicht könnte Molin-Pradel sein Eis ja auch nach der Krise noch im Supermarkt verkaufen.

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Foto: Eva Johanna Onkels