3 Monate Bauzeit auf der B258 „kleine Himmelsleiter“

Auf der Bundesstraße 258 zwischen Roetgen und Fringshaus wird zurzeit eine Baumaßnahme vorbereitet. In den kommenden Monaten wird eine Fahrbahn der „kleinen Himmelsleiter“ durch den Landesbetrieb Straßenbau NRW dreispurig ausgebaut.

Derzeit wird die Kriechspur als zweiter Fahrstreifen genutzt, was häufig zu gefährlichen Situationen führt. Diese sollen durch die Baumaßnahme entschärft werden.

Deshalb wird bergauf in Fahrtrichtung Fringshaus eine zweite Fahrspur eingerichtet, damit das Überholen von langsamen Fahrzeugen wie Lastwagen und Traktoren möglich ist und Unfälle vermieden werden. Auf der Gegenfahrbahn wird dafür die Kriechspur wegfallen. Am Ende wird es dann zwei Fahrspuren in Richtung Fringshaus geben, eine Fahrspur in Richtung Roetgen sowie einen Rad- und Gehweg. Das ist auf der Internetseite der Gemeinde Roetgen zu lesen.

Nach Informationen der Gemeinde Roetgen beginnen die Arbeiten voraussichtlich im Juni dieses Jahres und werden etwa drei Monate in Anspruch nehmen. Dabei sollen die meiste Zeit zwei Fahrspuren nutzbar sein. Wenn Kanalquerungen oder Kleintierdurchlässe errichtet werden, kann es erforderlich sein, eine Baustellenampel einzurichten.

Für die Arbeiten an der Fahrbahndecke im Bereich Fringshaus ist eine kurzzeitige Sperrung der Bundesstraße 399 in Richtung Lammersdorf erforderlich. Diese Maßnahme ist innerhalb der Sommerferien geplant.

Die Gesamtkosten der Maßnahmen schätzt der Landesbetrieb auf rund drei Millionen Euro. Die genauen Kosten ergeben sich, wenn der Auftrag vergeben wird.

Ratsherren wünschen Entwässerung

Statt eines Umbaus der B258 für den Verkehr würden die Roetgener Ratsherren Bernd Vogel und Wolfgang Schruff, beide von der PRB, lieber den Bau eines leistungsstarken Entwässerungssystems für die B258 sehen. Zurzeit würden Streusalz und durch den Abrieb der Reifen entstandenes Mikroplastik nämlich früher oder später in den Bächen, Naturschutzgebieten sowie Talsperren und schließlich im Trinkwasser landen. Die Richtlinien für die Entwässerung von Bundes- und Fernstraßen würden ein solches Vorgehen, sprich die Einleitung von Straßenabwässern in Feucht- und Naturschutzgebiete, aber nicht vorsehen. „Die Straße wird für Millionen umgebaut, damit die Autofahrer anschließend wenige Sekunden einsparen können, statt die Entwässerungssituation vernünftig zu klären“, kritisiert Vogel.

Bei der Vorstellung der Maßnahme im Bauausschuss der Gemeinde Roetgen hatte ein Vertreter des Landesbetriebs zwar darauf hingewiesen, dass die Entwässerung im Zuge des Ausbaus gemäß dem geltenden Trennerlass geändert werde. Das heißt, dass die Abwässer zunächst in einem Becken gesammelt und dort behandelt werden, bevor sie abgeleitet werden. Damit sind Vogel und Schruff aber nicht zufrieden. Dies verhindere nicht, dass weiterhin Schadstoffe in die Naturschutzgebiete und Einzugsgebiete der Talsperren gelangen würden.

Auf Anfrage erklärt die Städteregion Aachen, dass der Ausbau der Straße und des Radwegs teils im Wasserschutzgebiet der Dreilägerbachtalsperre erfolge. Hierfür sei von der Unteren Wasserbehörde eine Genehmigung nach der Wasserschutzgebietsverordnung erteilt worden. In diesem Verfahren sei zudem auch der Wasserwerksbetreiber beteiligt worden. Für die Bereiche außerhalb des Wasserschutzgebietes sei eine Zustimmung von Seiten der Unteren Wasserbehörde ausgesprochen worden.

Im Wasserschutzgebiet habe die Regenwasserkanalisation alle anfallenden (belasteten) Niederschlagswasser aus dem Wasserschutzgebiet herauszuleiten, damit sei die bundesweit gültige Richtlinie für bautechnische Maßnahmen an Straßen in Wasserschutzgebieten (RiStWag) eingehalten.

Außerhalb des Wasserschutzgebiets würden die mit der Regenwasserkanalisation abgeleiteten (belasteten) Niederschlagswässer vor der Einleitung in ein Gewässer (Richtung Belgien) behandelt. Die geplante Behandlungsanlage entspreche der bundesweit gültigen Richtlinie für die Anlage von Straßen, Teil: Entwässerung (RAS-Ew).

Aus Sicht der Unteren Wasserbehörde sei eine Gefährdung von Gewässern (Bäche, Flüsse, Talsperren) durch Einhaltung der bundesweit gültigen Richtlinien nach Abschluss der Baumaßnahme weitgehend ausgeschlossen, teilt die Städteregion mit.

https://www.aachener-nachrichten.de/lokales/eifel/roetgen/b258-drei-monate-baustelle-zwischen-roetgen-und-fringshaus_aid-38144413

Foto: Andreas Gabbert